Spedition Russland Importverzollung Einfuhrverzollung

Einfuhrverzollung nach Russland, bzw. Zollunion


Zollunion

Im Rahmen der EAWG bildet Russland zusammen mit Belarus und Kasachstan eine Zollunion. Zum 1. Januar 2010 sind ein einheitlicher Zolltarif und einheitliche Regelungen zu Verboten und Beschränkungen in Kraft getreten. Am 1. Juli 2010 trat das gemeinsame Zollgesetzbuch der Zollunion in Kraft. Russland und Belarus haben seit Juli 2010 keine gemeinsame Zollgrenze mehr, zwischen Russland und Kasachstan wurde sie zum 1 Juli 2011 aufgehoben. Zum gleichen Zeitpunkt ist ein einheitliches Zollgebiet entstanden, das den freien Warenverkehr innerhalb der Zollunion gewährleisten soll.

Die Bildung der Zollunion ist der erste Schritt zur Integration zwischen den drei Ländern. Am 1. Januar des Jahres 2012 ist zudem ein einheitlicher Wirtschaftsraum rechtswirksam geworden, der unter anderem den freien Kapitalverkehr sowie den Arbeitsmarkt ermöglichen soll.

Die Firma Arnold hat sich seither u.a. auf die Einfuhr inkl. Zollabfertigung in dieser Zollunion spezialisiert.

Für Exporte nach Russland, bzw. in die Zollunion werden folgende Incoterms© angewendet:

  • EXW (ab Werk),
  • FCA (frei Frachtführer),
  • CPT (frachtfrei),
  • CIF (Kosten, Versicherung und Fracht,
  • DAT (geliefert Terminal),
  • DAP (geliefert benannter Ort),
  • DDP (geliefert verzollt)

Alle Waren und Beförderungsmittel, die über die Zollgrenze der Zollunion überführt werden, unterliegen der Zollabfertigung und der Zollkontrolle nach den Regeln und unter den Bedingungen, die durch einen Zollkodex bestimmt sind.

Die Zollabfertigung von Arnold beginnt bei der Einfuhr der Waren zum Zeitpunkt der Abgabe einer vorläufigen Zollerklärung oder der bei der Ankunft der Waren vorzulegenden Unterlagen bei der Zollbehörde.

Zum Zwecke der zollamtlichen Regelung werden für die Waren folgende Zollregime/Zollverfahren festgelegt

1) Grundlegende Zollregime:

Überlassung zum internen Verbrauch; (Import);

Die Abfertigung zum freien Verkehr kann bereits an der Grenze oder beim Bestimmungszollamt im Binnenland durchgeführt werden. Es sind Einfuhrabgaben wie Zoll, Zollabfertigungsgebühren, Einfuhrumsatzsteuer und ggf. Verbrauchsteuern zu entrichten. Außerdem sind handelspolitische Regelungen, wie Verbote und mengenmäßige Beschränkungen, Lizenzpflicht, Zertifizierung u.a. zu beachten. Die zum zollrechtlich freien Verkehr abgefertigten Waren bekommen den zollrechtlichen Status der Ware Zollunion und können im Zollgebiet der Russischen Föderation und in anderen Mitgliedsländern der Zollunion ohne Beschränkung frei verwendet werden.

Ausfuhr; (Export)

internationaler Zolltransit;

Der internationale Zolltransit ist ein Zollregime, bei den ausländischen Waren im Zollgebiet der Russischen Föderation unter Zollkontrolle zwischen der Stelle ihrer Ankunft im Zollgebiet der Russischen Föderation und der Stelle ihres Ausgangs von diesem Gebiet (wenn dies ein Teil deren Wegs ist, der außerhalb des Zollgebiets der Russischen Föderation beginnt und endet) ohne Entrichtung von Zöllen und Steuern und ohne Anwendung von Verboten und Beschränkungen, die entsprechend der Gesetzgebung der Russischen Föderation über die staatliche Regelung der Außenhandelstätigkeit festgelegt sind, transportiert werden.

Beispiele

  • Transport der Waren mit dem Schiff ab Hafen Antwerpen oder Stettin via Hafen Sankt Petersburg - Hafen Astrakhan nach Hafen Aktau, Kasachstan oder Baku, Aserbaidschan, Turkmenbashi, Turkmenistan oder
  • ab Hafen Constanta via Hafen Rostov am Don - Hafen Astrakhan nach Hafen Aktau, Kasachstan oder Baku, Aserbaidschan, Turkmenbashi, Turkmenistan

Für die Strecke Sankt Petersburg - Astrakhan bzw. Rostov am Don - Astrakhan muss man Transitdeklaration abfertigen.

2) Wirtschaftliche Zollregime:

Veredelung im Zollgebiet; Umwandlungsverfahren; Veredelung außerhalb des Zollgebiets; vorübergehende Einfuhr

Für Waren, die nur vorübergehend nach Russland verbracht werden sollen - z.B. Muster für Messen oder Berufsausrüstung für einen konkreten Einsatz in Russland - gilt ein anderes Abfertigungsverfahren.

Für diese Waren braucht man bei der Einfuhr ein bestimmtes Dokument, das sogenannte Carnet-ATA. Dies ist bei der Industrie- und Handelskammer zu beantragen.

Dabei gilt es zu beachten:

  • Nur bestimmte Zollstellen dürfen mit Carnets abfertigen; die Liste der autorisierten Zollstellen wird vom russischen Zoll auf seiner Internetseite regelmäßig aktualisiert.
  • An der Außengrenze der Zollunion in Belarus werden Carnets ATA für Russland nicht akzeptiert.
  • Für jede Warenposition muss eine 6-stellige Zolltarifnummer (HS-Code) angegeben werden.
  • Für Russland gilt die Besonderheit: nur die im Carnet ATA namentlich genannte Person (Carnetinhaber bzw. sein Stellvertreter) ist berechtigt, Waren zum zollrechtlichen Verfahren abzufertigen.

Zolllager, Freizone, Freilager

In Russland gibt es vier Arten von Sonderwirtschaftszonen (SWZ):

  • Industrie-Zonen (Lipezk/Gebiet Lipezk, Alabuga/Republik Tatarstan, Titanowaja Dolina/Gebiet Swerdlowsk, Moglino /Gebiet Pskow, Ljuinowo /Gebiet Kaluga, Togliatti/Gebiet Samara)
  • Technologie-Zonen (Dubna/Moskauer Gebiet, Zelenograd/Stadt Moskau, Sankt Petersburg/Stadt Sankt Petersburg, Tomsk/Stadt Tomsk, Innopolis/Republik Tatarstan)
  • Logistik-Zonen (Uljanowsk-Flughafen/Gebiet Uljanowsk, Sowjetskaja Gavan’/Gebiet Chabarowsk)
  • Touristik-Zonen (Altajskaja Dolina/Republik Altaj, Bajkal’skaja Gavan’/Republik Burjatien, Birjusovaja Katun’/Republik Altaj, Vorota Bajkala/Gebiet Irkutzk)
Außerdem gibt es die territorial abgegrenzten SWZ Kaliningrad und Magadan. In allen SWZ gilt das Regime einer Zollfreizone.

3) Abschließende Zollregime

Wiedereinfuhr; Wiederausfuhr; Vernichtung

Ein Zollverfahren kann sowohl als Hauptzollregime, als auch mit anderen Zollregimen kombiniert angewandt werden. So können die zu entrichtenden Zollzahlungen optimiert werden.

Zollanmeldung

Die waren werden bei Ihrer Einfuhr in die Zollunion durch den Deklaranten oder den Zollvertreter (ehemals Zollbroker) angemeldet. Der Zollerklärung werden folgende Begleitpapiere beigelegt:

  • Kommerzielle Dokumente (Kaufvertrag, Handelsrechnung, Proforma-Rechnung)
  • Packlisten
  • Transport-/Frachtpapiere (CMR, SMGS-Frachtbrief, Konnossement, Luftfrachtbrief)
  • Lizenzen und/oder Bescheinigung für Waren, die Einfuhrbeschränkungen oder einer staatlichen Registrierung unterliegen
  • Dokumente, die die Sicherheit der Produkte bestätigen (Zertifikate)
  • Gegebenenfalls Präferenznachweise

Wichtige Zertifikatsarten für den Export nach Russland, bzw. Zollunion

  • TR-Qualitätszertifikat
  • TR Deklaration
  • GOST-R Qualitätszertifikat
  • GOST-R Deklaration
  • GOST-Ex Qualitätszertifikat
  • Brandschutz Qualitätszertifikat
  • Negativbescheinigung
  • Brandschutz
  • Sanitäre Expertise Staatl. Registrierung (gültig in der Zollunion zwischen Russland, Kasachstan und Weißrussland)
  • RTN - Rostechnadsor ehem. GGTN Gosgortechnadsor
  • RTN - Negativbescheinigung
  • RTN - Expertise
  • Messmittelzulassung

In der EU ist ein solches Werkzeug die CE-Konformitätserklärung.

In der Russischen Föderation besteht für einzuführende Waren, Produkte und industrielle Anlagen eine Zertifizierungspflicht. Die Bescheinigung über die Konformität mit den einzuhaltenden nationalen Normen-, Qualitäts- und Sicherheitsstandards ist das GOST (Gossudarstwenny Standart) Zertifikat (GOST-R), ein Konformitätszertifikat gemäß dem Gesetz über die technische Regulierung, TR Zertifikat oder eine russische Konformitätsdeklaration. Ausgestellt werden die russischen Zertifikate für Sie durch unsere dafür vorgesehene akkreditierte Zertifizierungsstelle. Die Zertifikate sin zwingend für den Export nach Russland vorgeschrieben und werden von den russischen Zollbehörden im Original verlangt.

TR Zertifikat, TR-TS und GOST-R Zertifikate stellen auch im russischen Inlandsmarkt ein wesentliches und für den Kunden relevantes Qualitätsmerkmal dar. Die Zertifizierung, wahrnehmbar beispielsweise durch das auf dem Produkt oder Typenschild abgebildete GOST-Zeichen, wird vom Endverbraucher sofort als Ausdruck geprüfter Qualität erkannt. Industriebetriebe und Gewerbe im russischen Inlandsmarkt sind zudem dazu verpflichtet, die Zertifikate auf Nachfrage eines Kunden oder öffentlicher Inspektoren vorzuweisen.

Für den Exporteur nach Russland oder anderen Staaten der Euroasiatischen Zollunion ist eine Zertifizierung mit GOST-R, TR oder - je nach Produktart und Zolltarifnummer - auch eine Deklaration unvermeidbar. Die Beantragung der entsprechenden Zertifizierung kann bei entsprechender Beauftragung bereits durch Arnold Schwerlast GmbH & Co. KG vorgenommen werden.

Negativbescheinigungen

Negativbescheinigungen werden für Produkte ausgestellt, die keiner GOST-R Zertifizierungspflicht unterliegen. Diese Bestätigung wird für die Zollbehörden benötigt, um zu dokumentieren, dass die entsprechenden Produkte rechtmäßig nach Russland exportiert oder dort verkauft werden dürfen.

Das Brandschutz Zertifikat

Für bestimmte Produkte sind Brandschutz Zertifikate in Russland Pflicht. Die Prüfung und Zertifizierung der zu importierenden Waren kann nur von in Russland akkreditierten Institutionen durchgeführt werden. Russische Behörden legen großen Wert auf Sicherheitsvorkehrungen, die die Entzündbarkeit von Materialien und ihr physikalisches Verhalten im Brandfall erfassen und reglementieren. Brandschutz Zertifikate werden häufig von lokalen Behörden überprüft. In vielen Fällen muss die Brandschutz-Zertifizierung vor der GOST-R Zertifizierung erfolgen.

Ein Brandschutz Zertifikat benötigen Sie für:

  • (leicht) brennbare Materialien wie Teppiche, Tapeten, polymerische Fußböden, Türen, etc.
  • Kühlschränke
  • Gasbetriebene Hausvorrichtung wie Gasofen, Gasheizung, etc.
  • Industrieprodukte mit Gasverbrennung: Brenner, Heizung, etc.

Länder, in denen das GOST-R oder TR Zertifikat gesetzlich anerkannt ist:

Russische Föderation

Länder, die offiziell GOST-R Zertifikate nicht vorschreiben

Anmerkung: Es gibt einige Abkommen zwischen Russland und den unterstehenden Ländern zur gegenseitigen Anerkennung der Dokumente, sodass GOST Zertifikate ernstzunehmend effektiv sind)
Kasachstan, Georgien, Aserbaidschan, Usbekistan, Baltische Republiken, Moldawien.
Ukraine: GOST-R wird nicht akzeptiert, das UkrSEPRO-Qualitätszertifikat ist erforderlich

Länder, in denen das TR-TS (EAC) Zollunionszertifikat Gültigkeit besitzt:

Kasachstan, Weißrussland, Russland
Ukraine: hier herrscht ein ähnliches System, ein UkrSEPRO Qualitätszertifikat oder eine ukrainische Konformitätsdeklaration sind für den Import erforderlich.

Ein GOST-R Zertifikat oder TR Zertifikat benötigen Sie für

  • Gesetzlich vorgeschriebene Zertifikate u.a.
  • Nahrungsmittel und Verpackung
  • Elektronische und elektrische Geräte
  • Industrielle Anlagen und Maschinen
  • Elektronische und technische Anlagen
  • Öl- und Gasindustrie
  • Chemieindustrie
  • Bergbau
  • Baumaterialien
  • Spielzeug und Kosmetik
  • Textilien

Im Jahr 2013 werden insgesamt 13 einheitliche TR der Zollunion in Kraft treten, davon sechs im Bereich des Maschinenbaus und sieben im Lebensmittelbereich. Die wichtigsten davon sind:

  • “Über die Sicherheit von Niederspannungsgeräten“
  • "Über die Sicherheit von Ausrüstung in ex-gefährdeten Bereichen"
  • "Über die Sicherheit von Maschinen und Anlagen"

Bei der Verwirklichung großer Projekte in Russland sind die Verkäufer am Erhalt von maximal möglichen Präferenzen in Bezug auf die Entrichtung von Steuern, Zöllen und Abgaben, die mit dem Import der technologischen Ausrüstungen im Zusammenhang stehen, interessiert.

Die Gesetzgebung der Zollunion, sowie das russische Recht sehen mehrere Möglichkeiten für die Herabsetzung der Kosten für Importeure vor. Eine davon ist die Klassifikationsentscheidung in Bezug auf eine Mehrkomponentenware (zur Gewährleistung der Einfuhr einer Produktionslinie in mehreren Etappen unter einer Zolltarifnummer).

Gemäß der russischen Gesetzgebung können solche Gerätschaften in Verbindung mit einer entsprechenden Klassifikationsentscheidung der Bundeszollbehörde der RF eingeführt werden. Diese bestätigt, dass die angegebenen Bestandteile der einzelnen Lieferungen insgesamt eine einheitliche Gerätschaft ergeben und somit für die Zollbestimmungen als einzelne Ware einzuordnen sind. Dementsprechend ist der Einfuhrzoll auch nur für diese einzelne Ware zu bezahlen.

Die dargestellte Vorgehensweise erlaubt folglich sämtliche Lieferungen wie eine einzige über nur eine Zollerklärung und einen Warencode einzuführen. Dies gilt unabhängig von der Art des benutzten Transportmittels und des Versendungsortes. Damit verringert sich die Anzahl der notwendigen Unterlagen entsprechend

Die Komplexität der Handelsgesellschaft in die Zollunion benötigt Zugangsmöglichkeiten zu allen rechtlichen und gesetzlichen Bestimmungen. Dieser großen Anforderung hat sich Arnold mit einer Rundum-Betreuung seiner Kunden bereits vor Jahren gestellt und kann somit heute termingerechte, kostengünstige und optimale Durchführung gewährleisten.

Das engagierte und langjährig erfahrene Team der Ost-Europa Abteilung von Arnold steht für die anspruchsvollste Disziplin der Einfuhr von Waren nach Russland oder anderen Staaten der Euroasiatischen Zollunion stets zur Verfügung.